Vom 25-29.11.09 hatten wir Thanksgiving Ferien. Thanksgiving wird am 26.11 gefeiert und war ursprünglich ein Zusammenkommen von verfeindeten Indianern und den Europäischen Siedlern hier in Amerika. Heutzutage soll man an Thanksgiving für alles was man hat dankbar sein und das mit der Familie zusammen feiern. Dann trifft sich die ganze Familie irgendwo und hat ein großes Festmahl. Aber eigentlich geht es wirklich nur um das Essen.
Am 25.11 bin ich Zuhause gewesen und hab hauptsächlich rumgegammelt. Um 12h kamen dann die Mädels alle nach Hause, weil sie nur einen halben Tag Schule hatten. Jill und Alan hatten frei und haben an dem Tag ihren Hochzeitstag nachgefeiert und sich den ganzen Tag nicht blicken lassen. Strumfreie Bude für uns Mädels! Um 16h kam die Oma zu uns. Und dann kamen noch Cousine Brittany und Cousin Nick vorbei und wir haben leckere Kekse gebacken. Wobei der Herr Nick lieber dezent daneben stand und die Kekse und den Teig gefuttert hat, da sich ein echter Mann ja nicht zu weiblichen Sachen wie Backen herunterlässt.
Dann um 19h sind Nick und ich zu einer Freundin gefahren, wo wir mit ein paar Leuten ein Lagerfeuer hatten. Es war kalt aber lustig.
Am 26.11 bin ich morgens um 7h geweckt worden, damit wir zur Thanksgiving Parade gehen konnten. Hört sich ja alles ganz toll an, aber wenn man erst um Mitternacht nach Hause kommt, ist 7h aufstehen doch nicht ganz so lustig und erst recht nicht mit der Aussicht auf einige Stunden in der Kälte.
Um 8:30h standen wir dann pünktlich Downtown am Straßenrand, um uns die Parade anzuschauen, bei der Danielle und Amanda mitgemacht haben. Die erste Band die spielte war natürlich die Beste, nämlich die Seckman High School Band. Wir (oder die) haben zusammen mit der Fox High School Band gespielt. Dazu muss ich kurz sagen, dass Fox und Seckman High School die beiden Oberschulen in unserem Schulbezirk und rivalisiert sind und um den sogenannten “Schulbezirksstolz” kämpfen. Fox hat bessere Sportteams als wir, aber dafür ist unsere Band bei weitem besser. Und da bei Thanksgiving ja ursprünglich die verfeindeten Pilgrims und Native Americans friedlich zusammengekommen sind, haben die rivlasierten Seckman und Fox Bands sich gedacht, dass sie zusammen spielen.
Dann kam die Mehlville High School Band, wo Amanda auf Flöte und Danielle auf der Klarinette mitgespielt haben. Sonst gab es verschiedene Sachen von allen Möglichen Vereinen etc.
Um 14h sind wir dann zu Tante Vikki nach Hause, wo die ganze Familie von Jills Seite zusammenkam. Und wenn ich sage die ganze Familie, dann rede ich nicht von 10 Leuten. Da wären Jill, Alan und wir 5 Mädchen; Tante Vikki mit ihrem Mann, Tochter Brittany, Söhne Zack und Nick; Tante Lori mit Mann, Sohn und Tochter; Tante Holly mit Mann und 2 Töchtern; Onkel Paul mit Frau, Sohn und Tochter; Onkel Scott mit Frau, Sohn und 2 Töchtern; dann wären da noch Oma und Opa; Oma’s Schwester mit Mann und deren Sohn mit Frau und 2 Töchtern.
Man war das chaotisch! Und das ist nur die eine Hälfte der Familie! Wir haben leeeecker gegessen und dann haben die Erwachsenen sich unterhalten, während wir im Keller gespielt haben. Die Großen haben die Kleinen beschäftigt und zwischendurch haben wir uns dann mal eine schöne Runde Kicker gegönnt.
Um 20h sind wir dann nach Hause, haben unsere Sachen geholt und sind ab ins Auto nach Springfield. Die Fahrt dauerte ca. 4 Stunden. Wir haben einen Film geguckt und danach alle geschlafen (bis auf Alan natürlich). Um Mitternacht sind wir dann bei der Oma in Veronna in der Nähe von Springfield angekommen und sind alle sofort in unsere Betten gefallen. Naja oder besser gesagt ich bin auf die Couch und die Mädels auf den Boden gefallen.^^
Nächsten Morgen durften wir dann “ausschlafen” bis 9:30h. Wie großzügig! Vor allem wenn man bedenkt, dass einmal die Stunde 500 Kuckucksuhren klingeln. Aber ich hab immerhin die Couch für mich beansprucht, sodass ich meinen “eigenen Raum” (das Wohnzimmer) hatte und nicht auf dem Boden schlafen musste.
Dann gabs Ei und Speck und der Tag konnte beginnen. Wir sind irgendwo hin gefahren, wo es eine Fischfarm oder sowas gibt. Konnte nie wirklich herausfinden, was es ist. Die züchten Forellen und die darf man dann in speziellen Flüssen angeln. Naja wir haben die Fische mit stinkendem Zeug gefüttert und danach sind wir in dem Wald daneben wandern gegangen. Das erste mal, dass ich hier halbwegs sportlich aktiv war ;) Man musste den Berg hochwandern. Es war echt heiß und ich bin nur im T-Shirt rumgerannt. Irgendwann kamen wir dann an eine Zweigung und mussten uns entscheiden ob wir zurück runter oder zum Feuerturm latschen. Also gings 3.5 Meilen weiter zum Feuerturm. Oder sollte es auf jeden Fall. Als wir ca. eine halbe Meile hinter uns hatten, standen wir aufeinmal wieder vor einer Zweigung. Der eine Weg sollte zum Naturpark führen und der andere hatte keine Beschreibung. Also sind wir in Richtung Naturpark gelaufen. Nach zwei weiteren Meilen standen wir dann auf einer Klippe. Suuuuper! Also wieder den ganzen Weg zurück. Wir haben uns dann doch entschieden, wieder zurück runter zu wandern.
Um 17h haben wir uns dann mit der Oma und irgendwelchen anderen Opis und Omis im Restaurant Sunshine getroffen und Dinner gegessen. Danach gings nach Hause, vor die Glotze und dann auf den Boden/die Couch. Und eine weitere Nacht, wo mir einmal die Stunde die Pferdeuhr mit lautem Gewieher die Zeit verkündete.
Um 9h wurden wir wieder geweckt. Dann gabs Ei und Speck. Sehr abwechslungsreiches Essen! Um 12h sind wir zu Tante Darla gefahren, wo wir für gute 3 Stunden hockten. Ich habe mit den Hunden gespielt, das Pferd gestreichelt und mich dann zu Amanda in den Van gesetzt und gelesen. Die Sonne hat geschienen und es kam ab und zu eine leichte Briese durch das Auto. Seeeeehr entspannend.
Abends haben wir dann bei der Oma ein Lagerfeuer gemacht. Es kamen Tante Darla und irgendwelche anderen, mir unbekannten Personen vorbei und wir haben Hot Dogs und S’mores gemacht. S’mores sind geschmolzene Marshmellows, Schoki und Butterkekse. Sehr lecker und macht einen schönen “Muffintop” (Rettungsring) wenn man genug davon isst.
Am Sonntag war dann der Geburtstag von der Oma. (Sorry, dass ich immer “die Oma” sage. Ich weiß ihren Namen, habe aber keinen blassen Schimmer wie der geschrieben wird. Grandma Ala Jean oder so, aber das hört sich eher wie Spaghetti an.) Wir sind morgens in die Kirche gegangen, wo ganze 7 andere Leute saßen. (Das Dorf hat ca. 60 Einwohner) Der Priester hielt eine seeeeehr…zeitaufwändige Predigt, die ganze 45 Minuten dauerte (nur seine Rede!). Nach 10 Minuten gab ich es auf zuzuhören, hörte aber immer wieder “Lost is lost!” (verloren ist verloren). Irgendwann fing ich an zu zählen, und in den letzten 25 Minuten sagte er ganze 13 mal “lost is lost!”.
Irgendwann hat er es dann auch geschafft und wir durften nach Hause. Wir haben alle unsere Sachen gepackt und dann kamen auch schon wieder Tante Darla und die ganze Sippe für den Geburtstag. Es gab mal wieder viel zu viel Essen, gekrönt von einer von mir unerwarteten Geburtstagstorte. Um 17h hat Alan es dann schweren Herzens geschafft, sich loszuseilen und wir sind nach Springfield gefahren, um eine Cousine mitzunehmen. Da haben wir bei ihr Zuhause noch ca. 2 Stunden verbracht, weil sich da auch eine Sippe versammelt hatte. Um 20h sind wir dann losgefahren und waren dann nach einem Tinkerbell Film, einigen Schläfchen und reichlichen SMS zu meiner Unterhaltung, um 23h Zuhaus.
Alle sind einfach nur noch in ihre Betten gekrochen, aber ich habe noch schnell meinen Koffer ausgepackt und mich im Bad fertig gemacht.
Um 24h lag dann auch ich im Bett, um dann heute morgen (Montag) um 5:30h wieder aufzustehen und zur Schule zu gehen.
Happy Thanksgiving!